

Ich male überwiegend mit Ölfarbe auf Leinwand. Ölfarbe überzeugt mich durch ihre satten leuchtenden Farben und die Möglichkeit, lange mit ihr zu malen, bevor sie trocknet.
Ich mag die Sinnlichkeit ihrer Materialität, wie sie sich vermalen lässt und wie ergiebig sie ist. Ihre Konstitenz und ihr Geruch lösen in mir ein übergroßes Verlangen aus, sie anzufassen,
zwischen den Fingern zu verrreiben, um sie körperlich zu spüren.
"Auf der Suche nach der letzten Zahl vor Unendlich"
In diesen Bildern versuche ich, das
aktuelle Lebensgefühl eines
Heranwachsenden zwischen dem
Bedürfnis nach Nähe einerseits und Distanz andererseits einzufangen.
Die Werke thematisieren die Sprachlosigkeit einer Generation, der noch nie so viele Wege der Kommunikation
offenstanden wie heute.
Auf fast allen Bildern habe ich die
Person mit verdecktem Gesicht gemalt, einmal ist sie im Profil zu sehen.
So ist dem Betrachter kein Blickkontakt und kein Dialog möglich, eine mehrfache Form der sozialen Distanzierung. Es gibt keine eindeutige Identifizierbarkeit
und keine Individualität.
In meinen Bildern entsteht eine
Emotionalisierung nicht durch den
Gesichtsausdruck der abgebildeten Person, sondern durch eine Handlung. Ist es Zweifel, Angst, Wut, Naivität,
Renitenz, Selbstbewusstsein,
Überkonzentriertheit, Trauer, Charme oder Witz?
Auszug Ausstellungseröffnung "Hinter der Fassade", Burg Brüggen, 2023, Eröffnungssrede von Dr. Christian Krusch:
"Damit komme ich zur letzten Arbeit mit dem leider sehr aktuellen Titel "Stell dir vor, es ist Krieg und alle gehen hin" von Kerstin Phoa. Genau genommen handelt es sich um eine zweiteilige Installation, die den bekannten Spruch des US-amerikanischen Dichters
Carl August Sandburg (1878 - 1967) ins
Gegenteil verdreht. Phoa schreibt dazu: "In dieser Arbeit versuche ich, das aktuelle Lebensgefühl eines Heranwachsenden einzufangen. Zwischen Fridays for Future und Corona-Pandemie ist nun ein Krieg in unmittelbarer Nähe. Alte Glaubenssätze und Spontisprüche scheinen sich um 180° gedreht zu haben."
Dabei lässt sich die Stimmung der Person nicht an ihrem Gesicht ablesen, sondern durch die Handlung. "Ist es Zweifel, Angst, Wut, Naivität, Renitenz, Selbstbewusstsein, Charme oder Witz?" fragt die Künstlerin. Letztlich erscheint die Körpersprache wie eine Fassade, ein Verstecken, das die wahren Empfindungen
"Hinter der Fassade" verbirgt."